Generationswechsel im Hanse-Hernienzentrum

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DR. HALIL DAG / PROF. DR. HENNING NIEBUHR

Hanse-Hernienzentrum VISZERALCHIRURGIE

Hernien seien Löcher in der Bauchwand, die mit der Zeit immer größer werden, erklärt Dag. „Damit wächst die Gefahr, dass Darmschlingen oder andere Eingeweide in die Bruchpforte rutschen und eingeklemmt werden – ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort operiert werden muss.“ Die häufigste Hernienform sei der vor allem bei Männern auftretende und auf eine erbliche Bindegewebsschwäche zurückzuführende Leistenbruch. Aber auch der Nabelbruch, sichtbar als halbkugelförmige Vorwölbung am Bauchnabel, Oberbauch- und Narbenbrüche zählten zu den Hernien. „Gehäuftes Sodbrennen und Heiserkeit können Anzeichen für eine Zwerchfellhernie sein, bei der ein Teil des Magens durch eine Bruchpforte im Zwerchfell immer wieder nach oben rutscht, so dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt.“

Auf Dauer hilft nur die OP

Hernien verschwinden nicht wieder von selbst, früher oder später muss ein Bauchwandbruch immer operativ geschlossen werden, um gefährliche Komplikationen zu verhindern. Solange keine Einklemmung vorliegt, müsse eine Hernie aber nicht sofort operiert werden, betont Niebuhr. „Der Eingriff sollte sorgfältig geplant und durchgeführt werden.“ In der Hernienchirurgie sei die Erfahrung des Operateurs oder der Operateurin besonders wichtig, um die Gefahr eines chronischen Leistenschmerzes oder gar eines Wiederauftretens der Hernie zu minimieren. „Es macht einen großen Unterschied, ob jemand weniger als 20 Hernien im Jahr operiert oder mehrere Hundert, das zeigen große Studien. Im Hanse-Hernienzentrum operieren wir pro Jahr mehr als 1.600 Hernien aller Art!“

Innovative OP-Verfahren aus Hamburg weltweit erfolgreich

Immer wieder haben Niebuhr und Dag neue Techniken und schonende OP-Verfahren entwickelt und in die Hernienchirurgie eingeführt. Dazu gehören beispielsweise der dynamische inguinale Ultraschall (DIUS) oder die Intraoperative Faszien-Traktion (IFT) zur Operation sehr großer und komplexer Narbenhernien.

Bauchwandrekonstruktion nach Schwangerschaft

Ein besonderer Schwerpunkt im Hanse-Hernienzentrum ist die Rektusdiastase. Sie trete oft bei jungen Frauen auf, die mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, erklärt Dag. „Trotz aller Rückbildungsgymnastik bekommen sie ihren Bauch nicht mehr in Form, er bleibt schlaff. Bei einer Rektusdiastase weichen die geraden Bauchmuskeln durch die extreme Dehnung der Bauchwand in der Schwangerschaft in der Mitte auseinander. Das bereitet den Betroffenen oft nicht nur ästhetische und psychische, sondern auch medizinische Probleme. Sie können beim Stuhlgang nicht pressen und bekommen durch das fehlende Korrektiv der Bauchmuskulatur auch zunehmend Rückenschmerzen.“ Ab einer gewissen Breite der Lücke könne nur eine Operation Form und Funktion der Bauchdecke wieder zurückbringen, ergänzt Niebuhr. „Kleinere Lücken lassen sich oft durch minimalinvasive OP-Techniken (e-MILOS, e-TEP, ELAR) verschließen, aber wenn die Bauchmuskeln knapp über dem Bauchnabel mehr als fünf Zentimeter auseinanderreichen, hilft nur noch eine große Operation, die wir gemeinsam mit Dr. Georgios Kolios, dem Plastischen Chirurgen der Hanse Chirurgie, durchführen.“ Dabei werde zwischen den Bauchmuskelschichten ein stabilisierendes Kunststoffnetz eingesetzt, um die Bauchwand zu verschließen, ohne Verklebungen mit dem Darm zu riskieren, erklärt Dag. Im Anschluss übernehme dann der Plastische Chirurg, um auch das kosmetische Ergebnis zu perfektionieren.

Es macht einen großen Unterschied, ob jemand weniger als 20 Hernien im Jahr operiert oder mehrere Hundert.

Spezialist für die Sportlerleiste

Mit seinem Eintritt ins Hanse-Hernienzentrum im Jahr 2016 hatte Viszeralchirurg Dag dessen Portfolio um einen weiteren Schwerpunkt erweitert, erinnert sich Niebuhr: „Wir hatten nicht nur einen jungen Kollegen für uns gewonnen, der alle modernen Operationsverfahren beherrschte, das Hanse-Hernienzentrum um eine neue Praxis in Barmbek ergänzte und die Versorgung türkischsprachiger Patienten erleichterte, sondern auch einen versierten Spezialisten für die sogenannte Sportlerleiste.“ Diese vor allem bei durchtrainierten Fußballern auftretende Erkrankung sei leicht mit einem Leistenbruch zu verwechseln und beruhe auf einer relativen Schwäche der inneren Bauchwand, erklärt Dag. „Ursache ist der Zug der bei Fußballern extrem trainierten Muskeln am inneren Blatt der Bauchwand. Wird es überlastet, zeigt sich eine Vorwölbung im Leistenbereich und es kommt zu einer schmerzhaften Reizung der begleitenden Nerven.“ Leistenbruch und Sportlerleiste seien aber nur zwei der mehr als hundert verschiedenen Ursachen, die sich in einem Leistenschmerz äußern können, so Niebuhr. „Um dieses komplexe Geschehen in allen Aspekten beurteilen, diagnostizieren und behandeln zu können, haben wir das Hamburger Netzwerk Leistenschmerz gegründet, zusammen mit Expertinnen und Experten aus Chirurgie, Neurologie, Neurochirurgie, Orthopädie, Rheumatologie, Gynäkologie, Urologie, aber auch Krankengymnastik, Schmerztherapie und Osteopathie.“

  • Adresse: Alte Holstenstraße 2, 21031 Hamburg
  • Website: www.hanse-hernienzentrum.de
  • E-Mail: info@hanse-hernienzentrum.de

Schwerpunkte:

  • Leistenbruch / Schenkelbruch
  • Bauchwandbruch / Nabelbruch
  • Narbenbruch
  • Rektusdiastase
  • Zwerchfellbruch
  • Sportlerleiste
  • Stomabruch
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