
Wie der Roboter urologische Krebsoperationen revolutioniert
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Prof. Dr. Christian Wülfing
Asklepios Klinik Altona
Niere, Blase, Prostata: Wie der Roboter urologische Krebsoperationen revolutioniert
Roboter-assistierte Operationen werden in der Urologie immer mehr zum Standard, in den USA werden fast alle Prostatakrebs-OPs mit dem Roboter durchgeführt. Aber längst unterstützten Roboter die Urologinnen und Urologen auch im Kampf gegen andere Krebsarten, sagt Prof. Dr. Christian Wülfing, Chefarzt für Urologie in der Asklepios Klinik Altona. In seiner Klinik zählt der „Da Vinci“-Roboter seit 2017 zum OP-Team, vor zwei Jahren kam noch ein zweiter hinzu, exklusiv für die Urologie. Zum Einsatz kommen die vierarmigen Systeme hier nicht nur bei Prostata-, sondern auch bei Nieren- und Blasenkrebs. „Nierentumoren schälen wir mit dem Roboter, wenn möglich, so aus dem Organ heraus, dass wir es erhalten können. Noch vor 3-4 Jahren hätten wir oft die ganze Niere entfernen müssen.“ Zum Repertoire der Roboter-Operateure gehörten auch die Entfernung der Harnblase bei Blasenkrebs mit Konstruktion einer Ersatzblase aus Darmgewebe sowie rekonstruktive Operationen, etwa bei einer Harnleiterverengung. „Es gibt in unserem Fachgebiet fast keinen Eingriff mehr, den wir nicht auch mit dem Roboter machen“, so Wülfing. Mitunter komme der Da Vinci auch bei Hodentumoren zum Einsatz. „Müssen nach der Chemotherapie oder bei Metastasen Lymphknoten entfernt werden, erledigen wir das mit dem Roboter über einen winzigen Schnitt – ein großer Vorteil für die jungen Männer.“
Diese flächendeckende Erfolg trotz hoher Investitionskosten sei handfesten Vorteilen der Robotik zu verdanken, so der Urologe. „Ausschlaggebend sind vor allem die Ergebnisse für die Patientinnen und Patienten. Mit dem Roboter benötigen wir auch für komplizierte Operationen nur einige kleine Schnitte statt wie früher einen großen Bauchschnitt. Für die Operierten ist das viel weniger belastend, sie haben in der Regel weniger Schmerzen, verlieren weniger Blut und kommen schneller wieder auf die Beine.“ Hinzu kämen die bessere Übersicht durch die hochauflösende 3D-Kamera und der ergonomische Vorteil für die Operateure. „Statt über den Patienten gebückt am OP-Tisch zu stehen, sitze ich entspannt an meiner Konsole und schaue über eine Art Fernglas dreidimensional und mit zehnfacher Vergrößerung in den Bauch des Patienten. Die in alle Richtungen beweglichen Instrumente steuere ich mit meinen Händen über zwei Hightech-Joysticks. Sie setzen jede Bewegung meiner Hände 1:1 um, ich kann sie in jeden Winkel steuern, wie ich will.“ Auf diese Weise agiere der Roboter auf engstem Raum präziser als jede menschliche Hand. Und damit sei die Entwicklung noch nicht zu Ende, sagt Wülfing. „Die nächste Robotergeneration verfügt sogar über einen Tastsinn.“
Es gibt in unserem Fachgebiet fast keinen Eingriff mehr, den wir nicht auch mit dem Roboter machen.
Robotik-Kongress in Hamburg
Im November 2025 begrüßte Wülfing als Kongresspräsident des 15. Symposiums der Deutschen Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie mehr als 400 Spezialisten aus dem In- und Ausland in Hamburg. Neben ausgefeilten OP-Techniken und neuesten Robotermodellen sorgten dabei Eingriffe für Aufsehen, bei denen Patienten in China, Belgien und Spanien von Hamburg aus live operiert wurden. Das sei erst durch eine Vernetzung über 5G-Mobilfunk möglich geworden, erklärt Wülfing. „Diese Technik erlaubt eine Fernsteuerung ohne spürbare Zeitverzögerung auch über weite Distanzen.“ Eine sinnvolle Anwendung könne beispielsweise sein, in besonders komplizierten Fällen künftig erfahrene Spezialisten hinzuzuziehen, die so eingreifen könnten, ohne selbst vor Ort zu sein.
Die Geschichte der Robotik in der Urologie begann bereits vor 25 Jahren, erinnert sich Wülfing. „Damals wurde in Deutschland die erste Roboter-assistierte Prostatakrebs-OP durchgeführt, mittlerweile sind bundesweit mehr als 300 dieser Roboter im Einsatz.“
Dieser flächendeckende Erfolg trotz der hohen Investitionskosten sei den handfesten Vorteilen der Robotik zu verdanken, so der Urologe. „Ausschlaggebend sind vor allem die Ergebnisse für unsere Patientinnen und Patienten. Mit dem Roboter benötigen wir selbst für komplizierte Operationen nur einige kleine Schnitte statt eines großen Bauchschnitts. Das ist für die Operierten deutlich weniger belastend: Sie haben in der Regel weniger Schmerzen, verlieren weniger Blut und sind schneller wieder auf den Beinen.“
Hinzu kommen die bessere Übersicht durch die hochauflösende 3D-Kamera und der ergonomische Vorteil für die Operateure. „Statt über den Patienten gebeugt am OP-Tisch zu stehen, sitze ich entspannt an meiner Konsole und schaue über eine Art Fernglas dreidimensional und mit zehnfacher Vergrößerung in den Bauch des Patienten. Die beweglichen Instrumente steuere ich mit meinen Händen über zwei Hightech-Joysticks. Sie setzen jede Bewegung meiner Hände präzise um und lassen sich in nahezu jeden Winkel führen.“
Auf diese Weise ermöglicht der Roboter auf engstem Raum eine besonders präzise und kontrollierte Arbeitsweise. Und damit sei die Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen, sagt Wülfing. „Die nächste Robotergeneration verfügt sogar über einen Tastsinn.“
Prof. Dr. Christian Wülfing
Asklepios Klinik Altona
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Adresse: Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
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Telefon: (040) 18 18 810
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